Orthopädisch Konservative Leistungen und Nachbehandlung

Die konservativen Behandlungsmöglichkeiten umfassen
Chirotherapie, gezielte, lokale Gelenkinjektionen und Nervenwurzelblockaden sowie im angeschlossenen Reha-Zentrum physikalische Therapie und Krankengymnastik, Akupunktur und Schmerztherapie. Neben der orthopädischen Hilfsmittelversorgung, z. B. Einlagen, Sprunggelenkschienen und Kniebandagen werden neben der Kunststoff-Gipsversorgung bevorzugt funktionelle Verbände (Tape-Verbände) angelegt, die eine weitgehend physiologische Bewegung zulassen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Extrakorporale Stoßwellentherapie ESWT, von z.B. Kalkschultern, Tennisellenbogen oder Fersensporn.
Nach Versagen der konservativen Maßnahmen kann der Wechsel zur Operation erfolgen, wobei an allen Gelenken die minimal invasiven Eingriffe im Sinne der Arthroskopie bevorzugt werden.

Konservative Behandlung und Nachbehandlung
Sowohl die eigentliche konservative Behandlung wie auch die Nachbehandlung nach Operationen folgt diesen Prinzipien:
Der Druck innerhalb des Bandscheibenraumes soll möglichst gering sein, da dies die wenigsten Beschwerden verursacht. Der geringste Druck wird in Rückenlage mit angewinkelten Hüft- und Kniegelenken und Aufhebung des Hohlkreuzes erreicht. Die Matratze muß eben sein, darf keine Kuhle bilden. Eine Bretteinlage ist nützlich.
Diese entlastende Lagerung deckt sich auch mit dem zweiten Prinzip der konservativen Bandscheibenbehandlung:
Bettruhe soll für eine Beruhigung und Verfestigung von gelockertem Bandscheiben- gewebe sorgen - sei es im Fall von unkomplizierten Vorfällen (ohne Sequester) oder im Fall von Bandscheibenrestgewebe nach Operation. Das Gewebe soll sich verfestigen, narbig verwachsen und schrumpfen.
In diesem Sinne soll auch die gezielte Krankengymnastik wirken: Stabilisierung der Wirbelsäulensegmente von außen her durch Kräftigung der Muskulatur, um die Bewegungen der Wirbel und Gelenke zu verringern. Die Verlagerung von Bandscheibengewebe nach außen soll auf diese Weise vermieden werden. Das Bandscheibengewebe benötigt zur Verfestigung mehrere Wochen.

Bandscheibenschonende Bewegungsabläufe entsprechend der sog. Rückenschule müssen geschult werden
* keine schweren Gegenstände heben und tragen
* beim Bücken und Heben in die Hocke gehen
* Drehbewegungen unter Belastung vermeiden
* sogenannte rückengerechte Haltungen erlernen, d.h. gestreckte Haltung bei jeder Tätigkeit
* Übergang von der Teil - zur Vollbelastung
* Herausrollen aus dem Bett über die Bauchlage unter Steifhaltung der Wirbelsäule.
* Beim Sitzen, Bücken und Anziehen immer auf die Streckstellung der Lendenwirbelsäule achten.
Volle Übung erst nach eingetretener Schmerzfreiheit.
Sportliche Betätigung mit gestreckter Wirbelsäule ist erlaubt: z.B. Radfahren, Ballspiele, Wandern, Rückenschwimmen, jedoch kein rückenstrapazierender Sport wie Skifahren, Segeln, Reiten.

Voraussetzung für das sogenannte Einrenken (Chiropraktik) oder die Streckbehandlung (Extension) bei Bandscheibenvorfällen ist, daß das vorgefallene Bandscheibengewebe noch festen Kontakt zum Bandscheibenkern hat und nicht außerhalb des Faserringes in den Wirbelkanal vorgefallen ist (sequestriert). einfacher Vorfall
Bei großen Vorfällen wäre das Strecken nutzlos oder sogar gefährlich!

Das dritte Prinzip der konservativen Behandlung besteht in der Durchbrechung des Teufelskreises zwischen Schmerz - Muskelverspannung - Schmerz: Dazu dienen Bettruhe, Wärmeanwendungen, warme Bewegungsbäder, Stangerbäder, Fangopackungen, Massagen, Schmerzmittel und muskelentspannende Medikamente (z.B. Tetrazepam), Übungsbehandlungen.
Wird Wärme nicht vertragen, steigern sich die Schmerzen, wirken Schmerzmittel kaum noch, helfen abschwellende Medikamente nicht innerhalb kurzer Zeit, so ist zu klären, ob nicht ein schweres mechanisches Problem der Nervenwurzel vorliegt.
Um den Schmerzkreislauf zu durchbrechen, kann man auch gezielte Injektionen mit Lokalanästhesie oder entzündungshemmenden und entschwellenden Mitteln vornehmen.

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